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Piratisches, Gemaltes und Sonstiges

Bundesparteitage der Piratenpartei die Mainorga und ich

Wolfenbüttel war vorerst mein letztes Mal in der Mainorga und das hat verschiedene Gründe, wobei meine persönliche Gesundheit der ausschlaggebende Faktor ist und ich es sehr vermissen werde.

Zeit für einen kleinen Rückblick. Und vielleicht auch ein bisschen Werbung …

Die Finanzen

An vielen Stellen wurde erwähnt, dass die aktuellen Parteitage um so vieles preisgünstiger waren als die Vorhergehenden und die Ursache dafür der Main-Orga angelastet.
Ja, Michael und ich haben sehr darauf geachtet den finanziellen Rahmen einzuhalten, doch aus meiner persönlichen Sicht hat die Mainorga an dieser Stelle nur einen begrenzten Einfluss.
Warum?

Nun, einmal haben wir da die Veranstaltungshallen.
Große Hallen für tausend oder mehr Piraten kosten einfach sehr viel Geld schon in der Grundausstattung. Der Grundpreis für Wolfenbüttel betrug zum Beispiel 2459,97 €. Große Hallen fangen überhaupt erst bei 10.000€ an. Hinzu kommen Bestuhlung, Brandwache, Sicherheitspersonal, Leihgebühren für technische Ausstattung etc.

Zum zweiten die Reisekosten für die Helfer. Als ich begann Michael Ebner in der Mainorga zu unterstützen, war das verdammt verbranntes Terrain, nachdem ehemalige KBuVos den Begriff der Reisekostenschmarotzer geprägt und damit die Motivation der Teammitglieder gegen 0 katapultiert hatten. Es ist den Teammitgliedern der vergangenen BPTs zu verdanken, die sich davon nicht haben beirren lassen, den Argumenten zugänglich waren, und so viel zurückspendeten wie ihnen auch nur möglich war. Danke Euch dafür!

Denn… wie ich bei zwei Gelegenheiten gegenüber einzelnen Ex-BuVos die Gelegenheit hatte auszudrücken: Nein, es ist nicht Euer BPT und es ist nicht Euer Geld, sondern es ist das Geld der Mitglieder, das für Bundesparteitage ausgegeben wird.

Auch ist es insgesamt kein unerheblicher Finanzunterschied, wenn für einen Parteitag 300 oder 40 Helfer antreten.

Dann ist da noch ein dritter Punkt, den es Zeit wird anzusprechen, erst Recht, weil ich doch das eine oder andere Mal zu hören bekam, dass früher bei den BPTs ja sowieso viel zu viel Geld aus dem Fenster geworfen wurde.

Die Mainorga eines BPTs ist Dienstleister. Das heißt sie setzt das um, wofür sie beauftragt wird. Wenn jede Menge halbwegs bezahlbarer Hallenangebote vorliegen, aber der Auftrag ergeht, unbedingt in die Nähe einer bestimmten Großstadt oder eines Landesbereiches zu gehen – dann kommt am Ende das Teuerste heraus.

Und mal ganz ehrlich, zunehmende Professionalisierung unserer Parteiarbeit war vor dem Absturz und dem einhergehenden Verlust an Geldern doch von allen Beteiligten gewünscht, oder? Nun im Nachhinein ist es nur allzu leicht dem scheinbar zu viel ausgegebenen Geld nachzutrauern. Aber was wäre denn anders herum gewesen?

Die Teams

Die eigentlichen Gestalter des Parteitages sind die einzelnen Teams und es ist in meinen Augen Aufgabe der Main-Orga primär dafür zu sorgen, dass die Teams optimale Bedingungen für ihre Arbeit vorfinden. Das reicht von ausreichender Vorarbeit, guter Kommunikationslage, Material, über Know-How bis zu den entsprechenden Arbeitsplätzen und einer vernünftigen Unterkunft auf dem BPT.

Arbeiten auf dem BPT ist Hochleistung für alle Beteiligten. Schon kleine Fehler können an den passenden Stellen zu einem Totalausfall führen. Ebenso sollte die Mainorga ein Gespür für Unstimmigkeiten haben, erkennen wo etwas in der Vorbereitung nicht glatt läuft, vielleicht Unterstützung von Nöten ist.

Das Ganze ohne sich selbst zu sehr aufzudrängen, inhaltlich immer neutral bleiben und vermitteln können.

Womit ich kurz einen weiteren Punkt anschneide, weswegen ich derzeit ganz froh bin die Mainorga abgegeben zu haben, denn diese Neutralität ist manches Mal wirklich sehr schwer einzuhalten.

Die Teams die derzeit den BPT durchführen, sind größtenteils sehr erfahren und brauchen wenig mehr als den Auftrag, Termin und Location.

Immer wieder jedoch fallen einzelne Piraten aus. Da reicht schon ein Stau auf dem Weg zum Aufbautag von einer Person die als einzige bestimmte Systemteile am Netzwerk programmieren kann und schon haben wir den Salat. Wie in Wolfenbüttel übrigens passiert.

Deshalb ist es gut, wenn die Mainorga einen Pool von Namen und Fähigkeiten hat, auch wenn das manchmal den Anschein von Datensammelwut hat, ist der Grund die Funktionsfähigkeit und die Möglichkeit einfach kurz zu sagen „Hey, der oder die kann das doch auch“

Es hat mir die vergangenen Jahre sehr viel Freude gemacht mit den Teams zu arbeiten. Piraten scheinen immer am besten zu sein, wenn sie zusammen schuften. Ich danke dafür jedem/jeder Einzelnen von Euch für tolle Gespräche, Unterstützung, Rat, die Arbeit und langen Wege die auch ihr Euch für jeden BPT antut.

Die Hallen

Günstige Hallen – ich erwähnte es schon – ist das was einen großen Anteil an den Endkosten hat. Günstigen Hallen fehlt es oft an einer Internetanbindung wie wir sie benötigen. Die Bewerbungen für Hallen bekommen wir von Euch. Und zwar nur sehr wenige.
Das Team vor Ort, der Kreis-/Stadt- oder Landesverband, ist zwingend notwendig für die Gestaltung eines Parteitages. Ihr habt die Kontakte, ihr kennt eventuell Freifunker oder könnt Nachbarschaften abklappern und um ein „Häppchen“ DSL bitten. Ihr habt die kurzen Wege für Plakate, Pavillions und Couchsurfing.

Alles zusammen

In meinen Augen ist nichts mehr piratig, nichts mehr ähnlich dem Grundsatz des Likedealer, als ein BPT. Es gibt kein einziges Team, das wichtiger ist als das Andere. Der Ausfall jedes vorhandenen Teams würde eine nicht zu füllende Lücke im Miteinander reißen.
Jeder einzelne Pirat ist gleich dem anderen, nebeneinander, miteinander. Und wenn der BPT vorbei ist, kann jeder Pirat gleich stolz auf seine persönliche Leistung sein.

Birgit

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3 Kommentare

  1. Alex Schnapper 2. September 2016

    Danke für den Beitrag und für Dein bisheriges Engagement, nur sehr wenige wissen wie viel Arbeit in der Vorbereitung steckt und wie viel Energie Du investierst. Vielen Dank. Gerade der Punkt mit der Vernetzung von lokalen Piraten und „Nachbarn“ mit DSL und Internet sollte intensiviert und besser beworben werden, damit das mit dem Internetzugang nicht schon wieder ein Flaschenhals wird.

    Das wichtigste in Deinem Beitrag war „Nein, es ist nicht Euer BPT und es ist nicht Euer Geld, sondern es ist das Geld der Mitglieder, das für Bundesparteitage ausgegeben wird.“

    Das sollte allen vielleicht deutlicher sein als es vielen ist. Ich hoffe ja noch auf Besserung.

    Aber mal von einem „Außenstehenden“ erst mal ein dickes DANKESCHÖN!

  2. Kristos Thingilouthis 2. September 2016

    Liebe Birgit,

    Ich Danke Dir dür Deine Arbeit. Es gat mir immer Spaß bereitet mit Dir und Michael zusammenzuarbeiten.
    Ich wusste immer ich kann mich 100% auf Euch/Dich verlassen. Ihr habt immer alle Vorgaben umgesetzt.

    Ich wünsche Dir vor allem Gesundheit.
    Solltest Du etwas brauchen, melde Dich einfach bei mir.

    Einfach Danke für alles.

    Kristos

  3. Mark Neis 2. September 2016

    Liebe Birgit,

    ich weiß ziemlich gut, wie viel Arbeit in der Vorbereitung eines Bundesparteitages steckt und wie viel Stress es bedeutet. Daher habe ich den höchsten Respekt vor deiner Leistung und davor, dass du dir das „angetan“ hast. Ich habe aber auch jedes Verständnis für deine Entscheidung, diese Funktion nicht weiter übernehmen zu wollen. Ich sage an der Stelle einfach: Danke!

    Liebe Grüße,
    Mark

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