Birgits Kaffeetasse

Piratisches, Gemaltes und Sonstiges

Die Bundestagswahl steht vor der Tür

Die Bundestagswahl steht vor der Tür.

Wir wollen Stimmen – möglichst in einem Prozentbereich der uns nicht nur in den Bundestag bringt. Also nicht nur in den Bundestag, sondern dort auch in einer Anzahl von Sitzen die uns ermöglichen Dinge zu verändern und umzusetzen was wir als Vision für die Gesellschaft besitzen.

Gewählt zu werden bedeutet Vertrauen zu erhalten. Vertrauen darin, dass das was wir als Partei wollen auch gut ist für den Bürger der uns wählt.

Aus meiner Sicht geht es dabei nicht um Details, sondern um ein Gesamtbild das Vertrauen wert ist.

Nun sind wir schon an dem – aus meiner Sicht – eigentlichen Punkt. Denn wir haben es in der Vergangenheit sehr anschaulich hinbekommen eben dieses Vertrauen zu verspielen. Das ergibt sich als Puzzle aus Einzelereignissen und hängt ganz sicher nicht an nur einer Entscheidung, nur einem Antrag oder nur einer Person.

Wenn ich mich an die vielen Gespräche mit Bürgern an Infoständen oder bei anderer Gelegenheit erinnere, dann wurde zwar hin- und wieder von solchen Einzelereignissen gesprochen, aber der abschließende Grund zu sagen „Nein, ihr seid nicht wählbar“ war immer das Grundgefühl des mangelnden Vertrauens. Weil das, was wir fordern und umsetzen wollten, ja schon bei uns selbst im Großen und Ganzen nicht funktioniert hat.

Wir waren angetreten um frischen Wind, Ehrlichkeit, Respekt, Menschlichkeit und Freiheit durchzusetzen.

Ex-Piraten (und zwar die Vernünftigen) sagen heute zu den Verbliebenen: „Wie hältst Du es da nur aus?“

Ich selbst kann da nur antworten: „Ich habe innerhalb der Piratenpartei einen Kreis von Menschen, die genau diese Werte erarbeiten im Umgang miteinander. Die sogar streiten können, aber nicht nachtreten. Die sich gegenseitig stärken und sich vertrauen.“

Ich weiß, dass nicht jeder Pirat das hat und dass wir als Gesamtpartei auch dieses Gefühl nicht vermitteln.

Unsere Ideen sind toll. Unser Programm ist visionär, auch wenn es sich in viel KleinKlein fast verloren hat.

Unsere Aufgabe ist es nun nach vorne zu schauen. Natürlich auch aus pragmatischen Gründen. Schließlich WOLLEN wir gewählt werden. Weil wir uns selbst vertrauen und daran, dass unsere Ideen, unsere Einstellung, unsere Sicht, der Gesellschaft gut tun. Dass eine Zukunft wie wir sie uns vorstellen genau durch unsere Ideen positiv gestaltet wird und Ängste besänftigt.

Wir glauben, dass unter der bestehenden Gesellschaftsstruktur, den etablierten Parteien, das Leben zukünftig enger, ängstlicher, unfreundlicher und riskanter werden wird. Das wollen wir nicht. Weder für uns, noch für alle anderen Menschen.

Wir arbeiten an Lösungen und wissen, dass es anders sein kann. Die Schritte dahin sind uns oftmals nicht klar – woher auch, denn weder haben wir langfristige Erfahrung in der Gestaltung von Gesellschaft, noch stehen uns alle Informationen zur Verfügung, die auf diesem Weg zu bedenken sind.

Bundestagsabgeordnete haben für so etwas ihr Referenten, den wissenschaftlichen Dienst, die Ausschüsse und angemessene Finanzbeträge.

Wir können das nur mit Herzblut ersetzen. Was uns angreifbar macht, auch untereinander. Denn wer so sehr persönlich engagiert ist, ist auch immer wieder leicht betroffen von Kritik. Sie wird selbstverständlich als persönliche Kritik wahrgenommen. Wir sind ja persönlich und keine Politikprofis.

Wie sind nun die weiteren Schritte?

Es gibt unterschiedliche Ideen dazu, wie wir wieder in die Wahrnehmung der Bevölkerung kommen, wie wir verlorenes Vertrauen zurückerlangen können.

Uns allen ist eigen, dass wir das unbedingt wollen. Mit Herzblut. Und Vollgas und aller Kraft. Schlimmstenfalls haben wir durch ein Amt oder eine Beauftragung sogar noch den besonderen Auftrag der Basis uns verantwortlich zu fühlen und Wege zu zeigen. Ich persönlich möchte mit unseren BuVos nicht tauschen und ziehe den Hut davor, dass sie sich an diesen Posten haben wählen lassen, gerade in dieser schwierigen Zeit.

Ich finde lange nicht alles gut was unser BuVo macht. Mit vielem davon bin ich sogar regelrecht unzufrieden. Aber ich schenke ihnen mein Vertrauen darin, dass sie aus ihrer persönlichen Sicht genau das, was sie tun als die einzige für sie bestehende Möglichkeit betrachten.

Nun kommt der BPT171 und es gibt Dinge zu entscheiden. Die Abstimmung der Hauptthemen mit denen wir in den Wahlkampf ziehen und dann ist da auch noch das mit den Spitzenkandidaten.

So heißt das in der Politik. Spitzenkandidaten.

So unpiratisch, dass wir bei der Bundestagswahl 2013 nicht einmal darüber nachgedacht haben.

Was ist es denn, was wir von diesen Personen erwarten wollen?

Ich erwarte, dass diese Personen uns Gesichter geben (bitte fügt hier die Einzahl ein, wenn wir uns nur für Einen entscheiden), die in ganz Deutschland bei den Wählern ein Gefühl von Vertrauen auslösen, wo wir als gesichtslose Partei das nicht kurzfristig können. Betonung auf kurzfristig.

Ich erwarte, dass diese Personen genügend Zeit und Ressourcen haben, um im Zweifelsfall bis zur Wahl permanent quer durch Deutschland zu tingeln.

Ich erwarte, dass diese Personen die Themen für die die Basis sich entscheidet, mit Herzblut und Sachverstand jederzeit und überall vertreten können, unabhängig davon, wie ihre eigene Meinung aussieht.

Ich nenne sie nicht Spitzenkandidaten. Ich nenne sie Vertrauenspersonen. Weil wenn ich einen oder mehrere Spitzenkandidaten wähle, dann weil ich ihnen vertraue, dass sie diese Anforderungen erfüllen.

Deshalb bin ich dagegen, dass wir schon vor der Wahl die Anzahl der Kandidaten festlegen. Denn ich möchte nicht gezwungen sein meine Stimme abzugeben, nur um einer Anzahl zu entsprechen.

Und dann möchte ich dass wir Wahlkampf machen. Piratisch. Respektvoll. Einander Achten und Helfen. Weil – so utopisch wie ein Weltraumaufzug – das ist meine Vision.

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. ukw 22. März 2017

    Liebe Birgit,
    Ich schätze Deine visionären Gedanken, Deine Menschlichkeit, Deinen Pragmatismus.
    Aber ich lasse mich auch von Dir nicht in den Wahlkampf ziehen.
    Wahlkampf ist ein Begriff für Ohnmächtige, ein Begriff für Stimmen Abgeber, der Menschen, die mit ihrer Stimme auch ihre Verantwortung abgeben. Wahlkampf findet sich in den Denkkategorien der mutlosen Menschen, die sich lieber regieren lassen als eigenverantwortlich Zukunft (mit) zu gestalten.
    Wahlkampf ist ein Mittel, um andere Menschen dazu zu bewegen die Stimme abzugeben.
    Stimme abgeben fällt zusammen mit Verantwortung abgeben und ist imo das Gegenteil von Vertrauen aufbauen.

    Nicht Wahl kämpfen sondern leuchten – das passt besser zu Dir.

  2. BirgitsKaffeetasse 22. März 2017 — Autor der Seiten

    Lieber Ukw,

    Ja, guter Gedanke.
    Den hatte ich mir so noch gar nicht angesehen und Deinen Worten folgend finde ich: Du hast recht.
    Danke dafür!

    Also folgen wir einfach dem Leuchten unserer Visionen.

    Birgit

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