Birgits Kaffeetasse

Piratisches, Gemaltes und Sonstiges

Wahlsonntag – Luft holen

Heute ist ein Tag, an dem ich anfangen kann die Wahlkampforga für die Piraten Revue passieren zu lassen.

Endlich in Ruhe nachdenken, ohne ständig auf dem Sprung zu sein, ohne dauernd bereit mich auf neue Anforderungen, veränderte Ereignisse, plötzliche Anrufe/Mails/Tweets einzustellen.

Das fühlt sich ein wenig so an, als wäre endlich, nach rasender Fahrt, der ICE angehalten in den ich vor vielen Monaten eingestiegen bin.

Ich hoffe ich habe das Bestmögliche getan. Ich weiß, ich habe sehr viel gelernt und würde Manches Anders machen, wäre heute noch einmal 2016. Doch zu dem Zeitpunkt wusste ich es noch nicht besser.

Ich denke unser Wahlorga-Kernteam, mit Jürgen, Marie und mir, hätte in der Zusammenstellung nicht besser sein können, sind wir doch auf vielen Ebenen absolut unterschiedliche Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichem Können und Wissen. Gleichzeitig ist für uns alle der Grund bei den Piraten zu sein der Gleiche. Wir haben die gleichen Hoffnungen und Visionen und den gleichen Glauben daran, dass es die Piraten in der politischen Landschaft der Bundesrepublik geben muss.
Ich danke Euch für die Zusammenarbeit!

Wir werden im Nachgang sicher noch einige Male zusammensitzen und diese ganze Zeit analysieren, uns selbst kritisch hinterfragen, gesammelte Erfahrungen niederschreiben und weitergeben.

Alle Aktiven in der Piratenpartei haben in den vergangenen Monaten schier unglaubliche Leistungen vollbracht. Manchmal schienen es so bitter wenig Helfer, jeder Einzelne konnte nie genug tun, überall sprangen uns Versäumnisse und Verspätungen an.
Ganz realistisch betrachtet, hatten wir Anforderungen zu erfüllen, die die Struktur und die Finanzmittel einer derart kleinen Partei einfach gar nicht hergeben.

Die Wahlorga musste auch erstmal lernen, dass alles was sie an Orgastrukturen und Abläufen zu tun plante, unter diesen Voraussetzungen auf gar keinen Fall funktionieren konnte.

Herausgerissen haben uns die Leistungen Einzelner, und zwar aller Einzelner. Jedes Piraten, der Unterschriften gesammelt, Plakate aufgehangen, Flyer verteilt, Tweets erstellt, Fragen beantwortet, Infostände betreut, Wahlprüfsteine beantwortet, und vieles mehr hat.
Unsere Spitzenkandidaten haben einen phantastischen Job gemacht, Pakki besitzt meines Erachtens vermutlich mindestens einen Zwilling und auch Euch ist deren Leistung sicher klar.

Besonders erwähnen möchte ich hier jemand viel Leiseren, den ich nun schon bei der zweiten Bundestagswahl als unglaubliches Arbeitstier erleben durfte, und das ist Thomas Ganskow.
Deine Bearbeitung, Betreuung, termingerechte Weiterleitung und Qualitätskontrolle bei den Wahlprüfsteinen ist bewundernswert. Danke!

Elias, unser Campaigner:
Du hast mich manchmal an den Rand eines Nervenzusammenbruchs getrieben. Echt. Dein Tempo, Deine Ungeduld, Deine überbordene Fülle an Ideen, Deine Art von einem Thema zum Nächsten zu rasen und dann wieder von vorne.
Ich bin unendlich dankbar dafür, dass unsere Wege sich gekreuzt haben und traurig darüber, dass es mir nicht gelungen ist zu verhindern, dass wir Dich verbrennen. Ohne Dich hätten wir keine solche Kampagne zustande bekommen.

Was wir als Partei nicht haben ist Geld. Was wir ebenfalls nicht haben, sind große personelle Ressourcen. Das Einzige, was wir uns selbst geben können, ist ausreichend Zeit.
Deshalb hier meine abschließende Bitte an alle Piraten: Schenkt Euch gegenseitig Zeit. Erst der Mensch und dann die Politik. Lasst Euch nie wieder aus politischen Erwägungen dahin treiben, Termine für UU-Sammlungen, Aktionen, Designs, wasauchimmer so weit an die Deadline zu treiben, dass Menschen dabei verbrennen!

 

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